Leben in einer Pflegefamilie

Die Fachstelle Pflegeplatzierungen des Compass Hubelmatt ist für die ausserfamiliären Platzierungen in von uns ausgewählten Pflegefamilien zuständig. Wir agieren pragmatisch und individuell je nach Situation. Wenn nötig handeln wir auch schnell und unbürokratisch, jedoch immer sorgfältig und umsichtig. In jedem Fall beziehen wir die Eltern, Kinder und Jugendlichen, die einweisenden Behörden und Pflegefamilien eng in den Prozess mit ein.

Unsere Fachstelle Pflegeplatzierungen ist von den Kantonen Luzern und Nidwalden seit 2018 als Familienplatzierungsorganisation FPO anerkannt. Wir koordinieren und begleiten in diesem Rahmen Platzierungen von jungen Menschen aus schwierigen familiären Situationen und auch aus anderen Institutionen – dauerhaft in einer Pflegefamilie, als Entlastung, befristet als Time Out oder zur Überbrückung einer Krisensituation.

Für die Kinder und Jugendlichen in unseren Wohngruppen organisieren wir Entlastungsaufenthalte in Pflegefamilien, wenn sie die Wochenenden und Ferien nicht zuhause verbringen können.

Weitere Informationen zu den Pflegeplatzierungen

Dauerplatzierung

Als anerkannte Familienplatzierungsorganisation FPO platzieren und begleiten wir junge Menschen dauerhaft in Pflegefamilien, wenn es die Situation erfordert. Dauerplatzierungen sind zeitlich unbefristet angelegt. Die jungen Menschen gehen vor Ort bei der Pflegefamilie zur Schule oder von dort aus in die Ausbildung. Je nach Möglichkeiten der Eltern oder ihrer rechtlichen Situation kann ein Kind oder Jugendlicher die Wochenenden und Ferien bei seinen Eltern verbringen.

Entlastungsplatzierung

Entlastungsplatzierungen sind zeitlich unbeschränkt und betreffen die Wochenenden und Schulferien. Manchmal sind Eltern und andere Familienmitglieder in einer Situation, in der ihnen alles zu viel ist. Dann entlastet es sie, wenn dafür gesorgt ist, dass die Kinder und Jugendlichen in Pflegefamilien betreut werden. Die Frequenzen der Wochenend- oder Ferienaufenthalte können unterschiedlich sein. Sie werden der individuellen Situation der jungen Menschen, der Eltern und der Pflegefamilie angepasst.

Dieses Angebot gilt auch für alle jungen Menschen, die in einer unserer Wohngruppen wohnen.

Time Out und Überbrückung

Ein Time Out oder auch eine Überbrückungsplatzierung erfolgt in der Regel in einer akuten Krisensituation. Eine räumliche Trennung kann für das Kind oder den Jugendlichen hilfreich sein, um die Situation aus einer anderen Perspektive zu betrachten – dies gilt auch für alle anderen Beteiligten. Es handelt sich um eine dringende, zeitlich befristete und kurzfristige Lösung in schwierigen Situationen. Die Dauer eines Time Outs ist abhängig von der Situation und wird individuell zwischen Berufsbeistandschaft, Eltern oder Institution und der Fachstelle Pflegeplatzierungen festgelegt. Wenn möglich, wird das Kind oder der Jugendliche in diesen Prozess miteinbezogen.

Dieses Angebot kann auch für junge Menschen in unseren Wohngruppen, die in einer schwierigen Situation sind, genutzt werden.

Unsere Pflegefamilien

Wir arbeiten ausschliesslich mit von uns sorgfältig ausgewählten und geprüften Pflegefamilien im Raum Innerschweiz zusammen. Sie verfügen alle über eine Pflegeplatzbewilligung. Mit den meisten Pflegefamilien und Pflegeeltern arbeiten wir bereits seit vielen Jahren zusammen. Wir stehen mit jeder Pflegefamilie in regelmässigem Kontakt und Austausch. Unsere Fachstelle Pflegeplatzierungen ist für die Qualifizierung, Weiterbildung und Begleitung der Pflegefamilien zuständig und verantwortlich.

Einweisende Stellen

Unsere Auftraggebenden bei Anfragen für Pflegeplatzierungen sind hauptsächlich öffentliche Stellen wie Sozialdienste, Ämter im Bereich Kinder- und Jugendschutz oder auch Sonderschulzentren.

Aufnahmeverfahren – Das Matching ist zentral

Entsprechend der Pflegekinderverordnung PAVO platzieren wir junge Menschen im Alter von ca. 6 Jahren bis zur Volljährigkeit in Pflegefamilien. Je nach Bedarf und Situation beantragen wir die Weiterführung einer Platzierung über das 18. Lebensjahr hinaus bis zum Ende der 1. Ausbildung.

Zu Beginn jeder ausserfamiliären Platzierung ist uns die Klärung des Auftrags und der Situation wichtig. Bei einer Dauerplatzierung oder bei einem Time Out geben uns Gespräche mit der einweisenden Stelle Klarheit über die Indikation, die Zielsetzung und schliesslich die passende Form der Platzierung.

Nach dieser Klärungsphase sucht die Fachstelle Pflegeplatzierungen des Compass Hubelmatt nach einer geeigneten Pflegefamilie. Dabei funktioniert sie als Schnittstelle zwischen Auftragsseite, Eltern und Pflegefamilie.

Angaben (unter Berücksichtigung des Datenschutzes) zur Persönlichkeit des Kindes/Jugendlichen, zur Lebensgeschichte, Entwicklung, Herkunftsfamilie, Kultur, Sprache und zur bisherigen Umgebung sowie Informationen zum Freizeitverhalten, zu Interessen sowie zum Gesundheitszustand dienen dieser Suche. Sie sind von Bedeutung, damit eine passende Pflegefamilie gefunden wird.

Dem Eintritt des jungen Menschen in die Pflegefamilie geht eine Kennenlernphase mit einem Probewochenende voraus. Ebenfalls lernen die Eltern die Pflegefamilie vor Ort kennen. Wir begleiten und leiten alle Kontakte und Gespräche an, auch diejenigen vor Ort in der Pflegefamilie. Die Gespräche tragen dazu bei, dass alle beteiligten Personen die Möglichkeit zu einer fundierten Entscheidung erhalten.

Download Aufnahmeverfahren Pflegplatzierung
Betreuung und Begleitung

Unser qualifiziertes Fachpersonal der Fachstelle Pflegeplatzierungen übernimmt als Bezugsperson die Fallführung, die Begleitung und Organisation der gemeinsamen Gespräche und engagiert sich für die Vernetzungsarbeit sowie den Miteinbezug aller involvierten Personen und Institutionen (Eltern, Lehrpersonen, Mandatsführende, Therapeutinnen/Therapeuten, Pflegefamilien, Beistandschaft etc.). Wir koordinieren ausserdem die Standortgespräche mit allen Beteiligten, die in der Regel zweimal jährlich stattfinden. Die Kooperation mit den Eltern ist uns wichtig und deshalb investieren wir entsprechend viel in die Zusammenarbeit. Zentrales Thema ist dabei zu klären, in welchen Themen die Pflegefamilie entscheiden kann und in welchen Belangen es zwingend das Einverständnis der Eltern oder der Person geben muss, welche die gesetzliche Vertretung innehat.

Austritt

Wird anslässlich eines Standortgespräches oder einer Krisensitzung entschieden, dass es zu einer Beendigung der Pflegeplatzierung kommt, planen und führen wir diese sorgfältig durch.

Die gemeinsame Zeit bis zum Austritt besprechen wir mit der Pflegefamilie und ziehen den jungen Menschen altersentsprechend angemessen und transparent mit ein. Das Klären der Kontaktmöglichkeiten von Seiten des Kindes/ Jugendlichen und der Pflegefamilie sowie, je nach Situation, der Miteinbezug der Eltern gehören ebenso in diese Phase.

Bei jungen Erwachsenen, die voraussichtlich über das 18. Lebensjahr hinaus bei der Pflegefamilie wohnen wollen, klären wir frühzeitig und gemeinsam mit der Berufsbeistandschaft sowie der zuständigen Gemeinde die Finanzierungsmöglichkeiten für einen weiteren Verbleib oder besprechen die Alternativen.

Unsere Unterstützungsangebote für Care Leaver
Finanzierung

Die Finanzierung eines Aufenthaltes in einer Pflegefamilie wird zwischen uns und der zuständigen Berufsbeistandschaft besprochen und organisiert.
Die Tagespauschale für eine Pflegeplatzierung (Dauer-, Entlastungs- oder Übergangsplatzierung) beträgt CHF 180.– pro Kind/Jugendlichen (Vollkostenpreis für den/die Kostenträger/in). Die monatlichen Nebenkosten werden bei Platzierungsart geklärt und die administrativen Richtlinien der Kostengutsprache geben Auskunft über die Leistungen und Aufwendungen bei einer Platzierung. Der Elternbeitrag wird in der Regel von der zuständigen Behörde/Gemeinde geklärt. Als Grundlage dient ein Budget nach SKOS-Richtlinien (Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe).

Weitere Informationen zum Leistungsauftrag des Kantons Luzern

Einblick in Pflegefamilien

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